Willkommen bei der internationalen Bergarbeiterkoordination (IMC)

Die RAG klaut unseren Männern und Söhnen die Zukunft!

Deshalb rufen wir Bergarbeiterfrauen auf: Beteiligt euch an der RAG-unabhängigen Studie zur gesundheitlichen Untersuchung der Bergleute von Kumpel für AUF! Uns Frauen ist die Gesundheit unserer Familien besonders wichtig und dass unsere Kinder eine lebenswerte Zukunft haben. Für die gesundheitlichen Folgen der Vergiftung zahlreicher Bergleute mit PCB und Giftmüll unter Tage trägt die RAG die volle Verantwortung.

Die Ruhrkohle AG (RAG) betreibt nach der Schließung der letzten Zeche eine Politik der verbrannten Erde. Nicht nur, dass sie sich um die Gesundheit der Bergleute, nicht kümmert, sie vergiften wissentlich mit der Flutung der Bergwerke unser Grundwasser und Trinkwasser. Wir Bergarbeiterfrauen sind der Meinung, dass die RAG nicht damit durchkommt, dass bewusst und wissentlich die Gesundheit unserer Männer und Söhne, Brüder und Freunde menschenverachtend und skrupellos für den Profit aufs Spiel gesetzt wird und jetzt keine Verantwortung übernimmt. Was von der Studie, die die RAG zu PCB an 200 Bergleuten in Aachen durchgeführt hat, zu halten ist, erwähnt Professor Kraus (Verantwortlicher für die Studie): „Eine akute Gesundheitsgefährdung gemessen an heute gültigen Richtwerten liegt nicht vor.“ Und das, obwohl erhöhte PCB-Werte bei der Hälfte der Kumpel nachgewiesen wurden. Was hier vertuscht werden soll, ist die chronische Belastung der Bergleute. Kumpel für AUF schreibt in seinem Flyer zur Beteiligung an der RAG-unabhängigen Studie zur gesundheitlichen Untersuchung der Bergleute: „Krankheiten infolge von PCB-Belastung sind schleichende Erkrankungen und kommen oft erst nach vielen Jahren zum Tragen und die RAG nimmt sich davon nichts mehr an. Als Einzelner ist es kaum möglich, dagegen anzukommen und eine Anerkennung als Berufskrankheit durchzusetzen. Deshalb ist es notwendig, eine von der RAG unab- hängige Studie durchzuführen.“ Was ist PCB und warum ist es verboten und gefährdet uns dennoch? PCB gehört zusam- men mit anderen Giftstoffen wie Dioxinen zum dreckigen Dutzend und sind seit Mai 2001 weltweit verboten. Schwer entflammbare PCBhaltige Hydrauliköle wurden auf den Zechen eingeführt, um Brände zu verhindern. Jeder Bergmann Untertage und zahlreiche Kumpel Übertage sind davon betroffen! Trotz Verbot haben Bergamt und Bezirksregierung erlaubt, dass Hydrauliköle mit geringem PCBwert eingesetzt werden dürfen. Dazu wurde 2000 eine Dienstanweisung eingeführt, die die Bergleute unterschreiben mussten, um so die Verantwortung auf die Kumpel abzuschieben. 10.000 Tonnen PCB verblieben nach der Schließung Untertage. Schon jetzt gelangt es z.B. in Bergkamen oder Ibbenbüren über das abgepumpte Grubenwasser in die Lippe und Aa. Mit dem Abstellen der Pumpen in den stillgelegten Bergwerken, besteht die akute Gefahr, dass das PCB und die ande- ren Giftstoffe aus dem Untertage eingelagerten Giftmüll ins Grundwasser gelangen. Das birgt die Gefahr der Vergiftung unseres Grundwasser. Damit wird auch das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet! Bisher wird es von der RAG mit Rückendeckung von Bezirks- und Landesregierung heruntergespielt! Als Frauen waren und sind wir oft verzweifelt, weil wir keine Erklärung für die Symptome unserer Männer und Söhne haben. Die Schulmedizin kam hier auch nicht weiter. So berichtet eine Bergarbeiterfrau: „Mein Mann ist nach der Schließung gerade mal in Anpassung gekommen. Ich dachte, da hat er aber „Glück gehabt“. Und auf einmal klagt mein Mann über Kopfschmerzen. Er kann sich schlecht konzentrieren, ist oft müde. Der Arzt sagt, er habe ein chronisches Erschöpfungssyndrom. Ich frage mich: wieso? Er war immer aktiv, fuhr Fahrrad. Ich finde er soll sich untersuchen lassen.“ Ein an Krebs erkrankter Bergmann schrieb: "Ich war 26 Jahre lang Bergmann. ... Wir sind lange genug belogen und betrogen worden. Wir wollen jetzt die Wahrheit wissen. Viele unserer Kumpel sind ja schon zu Grabe getragen wor- den. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für alle anderen, die noch leben und ihre Familien ist es wichtig. Nehmt an der Untersuchung teil und lasst Euch ärztlich untersuchen. Wir haben in unserer Arbeit unter Tage immer zusammen gehalten. Und wir müssen das jetzt auch weiter tun. Wir wollen es wissen - Einer für alle und alle für einen.“ Gemeinsam mit der überparteilichen Bergarbeiterbewegung wollen wir durchsetzen, dass diese Vergiftungen mit PCB und weiteren ge- fährlichen Giftstoffe wie Quecksilber, Cadmium und Arsen als Berufskrankheit anerkannt, die Kosten für die Untersuchung aller Bergleute sowie die Behandlung durch die RAG übernommen werden. Die RAG soll gegebenenfalls den Bergleuten Schadenersatz etc. bezahlen. Sprecht mit euren Männern und Söhnen, macht mit bei der Studie. Natürlich wollen einige „es gar nicht erst wissen“, kommen Äengste hoch „vielleicht habe ich PCB und werde Krebs bekommen“ usw. Aber wir müssen diese Äengste überwinden, damit wir Klarheit bekommen und in die Zukunft blicken können. Für die Teilnahme wendet euch per e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Kumpel für AUF, Schmal- horststr. 1C, 45899 Gelsenkirchen oder an die Kontaktadresse der Bergarbeiterfrauen. Von dort wird der Kontakt zu den teilneh- menden Arztpraxen und Infogespräche ver- mittelt. Kumpel für AUF garantiert, dass die Fragebo- gen und Ergebnisse der Studie anonymisiert werden und 100% der Datenschutz eingehal- ten wird. Die Teilnahme für die Kumpel ist kostenlos. Spenden sind natürlich erwünscht! Treffen der Bergarbeiterfrauen O Kommt zur Demonstration am Samstag, O Wir wollen am 11.12.21 mit euch zusam- 6.11. um 11 Uhr 55 in Datteln, Persiluhr Neumarkt Castroperstr. 1: Für die Stilllegung des Kohlekraftwerk Datteln IV Weihnachten feiern (mit Liedern) und uns dabei austauschen und kennenlernen. Mach mit bei uns! Ja, ich möchte ..... O bei der Bergarbeiterfrauen-AG mitmachen O zu einem Treffen der Bergarbeiterfrauen eingeladen werden O zu einem Courage-Treffen eingeladen wer- den O Courage-Infomaterial erhalten O besucht werden. Tel. Nr.: _____________________________________ __ E-mail: ____________________________________ Name: _____________________________________ __ Anschrift: _____________________________________ __