Willkommen bei der internationalen Bergarbeiterkoordination (IMC)

Aus Kolumbien wird berichtet:

Am Montag, 04. Mai kam es im Kohlebergwerk La Ciscuda in Sutatausa, Provinz Cundinamarca, Kolumbien zu einer Methangasexplosion in 600m Tiefe. Von 15 verschütteten Bergleuten starben 9, sechs kamen mit Vergiftungssymptonen ins örtliche Krankenhaus. Dort versammelten sich am Dienstag die Angehörigen, um sich gegenseitig beizustehen und Informationen über den Hergang des Unglücks auszutauschen.

Laut Angaben der kolumbianischen Bergbaubehörde Agencia Nacional de Minería (ANM) gab es seit 2020 in Kolumbien 153 Minenunfälle, bei denen mehr als 900 Bergleute starben. Während die Behörde hervorhebt, dass 80% dieser Unfälle in so genannten nicht genehmigten Minen stattfinden, handelt es sich bei La Ciscuda um ein ganz legales Bergwerk, das nach eigenen Angaben regelmäßige Ausbauarbeiten und ein Umweltprogramm durchführt. Dennoch wurde bei einer ANM-Inspektion erst am 9. April Sicherheitsmängel festgestellt. Die Inspekteure "empfahlen" u.a. die vollständige Abdichtung stillgelegter Stollen, weil sie dort Methanausströmungen festgestellt hatten. Auf eine Anfrage der Zeitung „El Tiempo" ob dieser Empfehlung nachgekommen wurde, haben die Bergwerksbetreiber nicht reagiert. Es handelt sich um eine Firma namens P3 Carbonera y Los Pinos, die von mehreren kolumbianischen Unternehmerfamilien gehalten wird.